Getestet: dip:coffee – Kaffee zum dippen

Getestet: dip:coffee – Kaffee zum dippen

Gefunden auf Maskal Kaffeeblog Kaffee-Satz! habe ich mir vor ein paar Tagen den dip:coffee, einen Kaffeebeutel zum dippen, bestellt. Das funktioniert etwa wie ein Teebeutel für Kaffee – verspricht die Werbung. Angetan von der Idee möchte ich hier meine Erfahrungen vom Auspacken, über die Zubereitung, die Verkostung, bis hin zum Vergleichstest mit einem handelsüblichen Kaffeepad vorstellen.

Erfahrungsbericht dip:coffee

Im Online-Shop von dip:coffee habe ich mir problemlos ein 12er-Pack für 5,90 € + 2,20 € Porto = 8,10 € Gesamtsumme bestellt – das entspricht etwa 0.68 € pro Tasse. Zur Auswahl im Shop steht auch noch ein 24er und ein 112er-Pack. Je größer die Bestellmenge, desto preiswerter werden die Einzelportionen. Die Lieferung traf schon nach zwei Werktagen ein. Eine unspektakuläre, robuste und saubere Verpackung.Versandpackung
Nach dem behutsamen Öffnen der dip:coffee Versandpackung kommen auch gleich die 12 aufgereihten dip:coffee Packs zum Vorschein. Zusätzlich ist je ein DIN-A5-Seite Werbung über dip:coffee und eine detaillierte Zubereitungsanweisung beigelegt. Die Kaffeebeutel-Packs sind sehr robust und können somit ohne Probleme lose im Rucksack oder Handtasche transportiert werden.Verpackungsinhalt
Die Zubereitungsanleitung besteht aus den folgenden 7 Schritten:

  1. Verpackung öffnen
  2. Innere Verpackung herausnehmen
  3. Schnur ablösen und auf den Tassenrand setzen
  4. 170 ml heißes Wasser (ca. 95 Gr. Celsius) aufgießen
  5. 3 Minuten dippen! Je länger desto stärker der Kaffee
  6. Beutel an der Schnur in die Verpackung zurück ziehen, ausdrücken
  7. Verpackung umdrehen und Schnur oben auflegen. Fertig!

 

Anleitung

Was mich fasziniert ist der kleingedruckte Hinweis, dass man das Dippen üben solle, da es sich um eine neue Kaffeezubereitung handelt. Ausdrücklich Empfohlen wird, 2 bis 3 Tassen hintereinander zuzubereiten – was ich übertrieben finde. Wer sich mit Teebeutel-Dippen auskennt, sollte in der Lage sein ein Kaffeebeutel zu dippen, oder?!

Die Seite mit Werbehinweisen beschreibt das neue Kaffee-Erlebnis. Auffällig ist der betonte Hinweis, dass sich umweltfreundlicher keine Tasse Kaffee zubereiten lässt. Irgendwie unglaubwürdig, denn bei herkömmlicher Kaffeezubereitung fällt ein Kaffeefilter und benutztes Kaffeemehl an – beides Bio-Müll, plus eine Umverpackung. Beim dip:coffee Kaffeebeutel sind zusätzlich bei jeder einzelnen Tasse auch noch innere und äußere Verpackung zu entsorgen – und die sind nicht so einfach zu trennen – ein bisschen Fummelei. Ein zusätzlicher Arbeitsschritt bei jeder Tasse Kaffee.

Die Kaffeebeutel sind nach Herstellerangaben in einer Schutzatmosphäre und wie schon erwähnt in einem sehr robusten Plastikcontainer verpackt. Auf dem Deckel sind grafisch 6 Zubereitungsschritte aufgedruckt, sowie Verpackungs- und Mindesthaltbarkeitsdatum. Mehrmals wird darauf hingewiesen, dass der Kaffee in Deutschland geröstet wurde und heiß sein kann.oben

Aufgefallen ist mir die Markennamenvielfalt auf der Packung: dip:coffee, cocup, co-cup, one cafè, Maskal & Mondo del Caffè – verwirrend.

Auch die Aufgedruckte URL www.co-cup.com führt mich heute nur zu einer Baustellenseite.

Hinweis für den Hersteller: Produktnamen vereinheitlichen – Webseite auf dipcoffee.de weiterleiten! Danke.

seitlich

Die Unterseite gibt Auskunft über den Inhalt: RWANDA 100% Arabica Feinster Hochlandkaffee.

Der Papierhalter an der Schnur gibt an, dass die Innenverpackung biologisch abbaubar und die Außenverpackung recycelbar ist.

Im Kaffeebeutel befinden sich 11 g Kaffeemehl.

unten
Die Verpackung lässt sich dank Seitenlasche am Deckel sehr einfach öffnen. Beim aufziehen bemerkt man, dass die Packung unter Unterdruck steht und Luft zieht. Es duftet nach frisch gemahlenem Kaffee. Der Kaffeefilter lässt sich einfach herausnehmen, bzw. herausklopfen.offen
Zur Zubereitung braucht man drei Dinge: Heißes Wasser, eine Tasse und einen Kaffeebeutel. Letzteren kann man, dank der Aussparungen, ganz einfach an den Tassenrand anhängen.im Glas
Mit heißem Wasser (etwa 95°C nicht kochend oder brodelnd) wird der Kaffeebeutel in der Tasse aufgegossen. Auch sollte man nicht eine zu große Tasse verwenden, denn der Hersteller empfiehlt nicht mehr als 170 ml Wasser – sonst wird es zu dünner Kaffee.Aufguss
Jetzt kommt das Wichtigste: Das Dippen.
Es ist der wesentlichste Unterschied zwischen Kaffeebeutel und Teebeutel. Nicht die Zeit des Ziehens, sondern das regelmäßige Dippen entscheidet über das Gelingen und den Geschmacksfaktor des Kaffees. Ich habe meinen Kaffee etwa 3½ Minuten ziehen lassen, beziehungsweise gedippt – mit Erfolg: Dipp, dipp, dipp, dipp, dipp…
dippen
Zum Schluss nur noch den Kaffeebeutel herausnehmen, abtropfen lassen und an der Schnur in die Verpackung zurückziehen. Die Verpackung umdrehen und die Schnur oben auflegen. Ein wenig tropft es doch, da ja die Schnur auch nass ist. Ansonsten aber eine relative saubere Sache. Entsorgung ist einfach.

Der Kaffee schmeckt frisch mit einer leichten Kakao-Note, aromatisch hochwertig, aber auch etwas dünn – vielleicht länger und mehr dippen.

fertig

Vergleichstest Kaffeepad

Pad im GlasZum direkten Vergleich habe ich mich für einen handelsüblichen Kaffeepad meiner Senseo-Kaffeemaschine entschieden. Im Vergleich zum dip:caffee Kaffeebeutel (11 g) befinden sich im Kaffeepad nur etwa 7 g Kaffeemehl und das umgebene Filterpapier macht einen festeren Eindruck.
Pad Aufguss

Auch hier wieder mit heißem, nicht kochendem Wasser aufgegossen – gleiche Menge.

Normalerweise wird das Wasser von der Maschine mit Hochdruck durch den Pad gepresst. Der Kaffeepad ist natürlich nicht wirklich zum Aufgießen und Dippen ausgelegt – trotzdem ein Versuch wert.

Pad ziehen lassenAllerdings musste ich beim Kaffeepad mit einem Teelöffel nachhelfen und die Luft aus dem Pad rausdrücken. Dazu habe ich den Pad mit dem Löffel an die Tassenwand gepresst. Auch hier habe ich den Kaffee unter mehrmaligem Rühren etwa 3½ Minuten ziehen lassen.
Pad fertig

Zum Schluss musste ich mit dem Teelöffel den Kaffeepad wieder aus der Tasse fischen. Das funktionierte nicht ohne kleckern und zusätzlicher Untertasse.

Der Kaffee schmeckt gut, auch hier typisch aromatisch, aber strenger, stärker. Auffällig ist, dass der frische Kaffeecharakter fehlt – jedoch durchaus genießbar.

Mein Fazit

CupsDer dip:coffee Kaffeebeutel mit dem frisch gerösteten feinen Hochlandkaffee ist schon eine clevere Sache. Mal abgesehen von dem Umweltgedanken ist dies definitiv eine prima Lösung auf Reisen, beim Camping, im Hotel oder im Büro, um schnell und auf saubere Weise eine wirklich frische Tasse Kaffee zuzubereiten. Geschmacklich übertreffen die Kaffeebeutel allemal die Instand-Kaffees und sogar mein Kaffeepad-Vergleich. Wer auf eine frische Tasse Kaffee nicht verzichten möchte, dem kann ich die Kaffeebeutel wirklich empfehlen. Wer aber Espresso oder starken Kaffee gewohnt ist und bevorzugt, wird vielleicht vom Kaffeebeutel enttäuscht sein – ausprobieren!

  • Schöner, ausführlicher Bericht – danke für die Mühe des Testens! Ich bezweifle für meinen Fall aber, dass ich daran denke, solche Dinger mitzunehmen und suche stattdessen lieber eine Bar, Cafe, Bäckerei für den schnellen Kaffeefix…

  • Hallo Oliver,

    meine Güte, da hast Du unser Produkt aber ganz schön “zerlegt”. Aber genau so muss es sein, will man ein Produkt einiger Maße fair beurteilen – was heutzutage schon fast Seltenheitswert hat! Vielen Dank dafür!

    Die Namensvielfalt wird ab der nächsten Charge verschwunden sein. Es würde zu lange dauern, die Gründe für diese Verwirrung zu erläutern, aber es hat etwas mit Namensrechten zu tun. Auch wir sind mit den durchaus verwirrenden Namen in absolut keiner Weise zufrieden, die Probleme traten aber während des Produktionsprozesses auf, der nicht mehr zu stoppen war.

    Dass der Kaffee nach 3 Minuten Dippen Dir zu dünn ist, hm, also ich weiß ja nicht, was Du sonst so zu Dir nimmst, aber “Drogen der härteren Art” müssen es wohl schon sein. Ich persönlich finde, dass der Kaffee nach 3 Minuten kontinuierlichem Dippen optimal ist; aber ich denke, da hat jeder seine eigenen Vorlieben. Und das ist auch völlig in Ordnung so.

    Den Umstand, dass die Außenverpackung recycelbar und die Innenverpackung kein Plastik, sondern aus kompostierbarer Stärke ist, werden wir zukünftig deutlicher hervorheben. Da dieses Stärkematerial (PLA) vom Stickstoff, mit dem das Kaffeepulver zur besseren Erhaltung der Frische begast durchdringt, ist die mit einer Barriereschicht versehene Außenverpackung einfach notwendig. Für den Balanceakt aus Frische des Kaffees und Umweltfreundlichkeit stellt die dip:coffee-Verpackung das derzeitige Optimum des Machbaren dar.

    Insgesamt aber wirklich eine sehr schöne, detailliert und faire Beurteilung, die Du geschrieben hast. Nochmals ein Kompliment dafür!

    Viele Grüße,

    Hans

  • @Gabi: Wenn du immer Zugriff auf einen Kaffeeservice hast, dann brauchst du die Kaffeebeutel auch nicht. Ich habe aber Freunde, die reine Teetrinker sind. Somit konnte ich mit meinem Kaffeebeutel bei der letzten Tea-Time richtig Eindruck schinden :)

    @Hans: Freut mich sehr, dass sich der Hersteller hier zu Wort meldet. Das mit der Kaffeestärke ist sowieso Geschmackssache. Wie ich schon am Ende meines Erfahrungsberichts bemerkt habe, sind viele Leute heute Espresso-Getränke gewohnt. Selbst in den Büros haben Espressomaschinen Einzug gehalten. Ich habe den dip:coffee jetzt mehrere Male ausprobiert und erfreulicherweise gleiche Ergebnisse erzielt. Allerdings erreiche ich meine persönliche Kaffeestärke erst nach etwa 4 Minuten – das muss halt jeder selbst herausfinden. Gut das du erwähnst, das das Innenmaterial aus kompostierbarer Stärke ist – das ist wichtig. Trotzdem würde ich bei eurem Marketing einen Gang zurück schalten und nicht die Umweltfreundlichkeit an erster Stelle, sondern die Qualität, Einzigartigkeit und den Geschmack hervorheben – meine Meinung als Verbraucher (und Verbraucher sind nicht so dumm wie man immer meint). Zusammengefasst, ein gutes Produkt – Ich wünsche euch viel Erfolg.

  • @Oliver

    Vielen Dank für Deine Anmerkungen! Wir schauen mal, wie wir sie umsetzen können.
    Die durch den Espresso ausgelöste Geschmacksveränderung ist in der Tat ein zunehmendes Problem für die sehr feinen, oft nicht so körperbetonten Kaffees z.B. aus Kenia, Äthiopien etc. Da bin ich mal gespannt, wie sich das wieterhin entwickeln wird.

    Viele Grüße,

    Hans

  • Auf jeden Fall verpricht das doch spannende Entwicklung am Kaffemarkt. Ich beobachte das gespannt weiter.

  • Was es nicht alles gibt. Der Test ist wirklich schön ausführlich. Besonders das mit dem Vergleich zum Kaffeepad hat mir gefallen. Da ich aber schon kein Freund von Teebeuteln bin, wird das bei mir wohl kaum der Renner werden. Für den Kaffee für unterwegs bevorzuge ich meinen Kaffeebecher mit French Press Einsatz. Da brauche ich dann nur noch Kaffeepulver und heißes Wasser. Und kann meinen liebste Kaffeesorte verwenden (Bio und Fair gehandelt!).

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