Wenn’s mal wieder nicht gelingt

Wenn’s mal wieder nicht gelingt

Zum Ende des Jahres möchte ich ein paar Worte all den misslungenen Gerichten, Kuchen, Torten und Plätzchen widmen – mögen sie ihren Frieden finden, egal ob im Magen, Müll oder Ausguss. Es ist das wahre Grauen eines jeden Hobbykochs, wenn die Gäste gleich kommen und die Kochkunst versagt, einfach so – unerwartet – schiefgegangen – Murphys Law, denn wenn es darauf ankommt, gelingt es einem nicht; Aber wenn man einfach aus Spaß und für sich selber was zubereitet, ist es perfekt. So ist es mir ergangen…

Ich habe Muffins schon viel zu oft gebacken und kenne das Rezept auswendig. Sie sollten meiner Familie das Weihnachtsfrühstück aufwerten. Normalerweise back ich sie einfach nur so an Wochenenden, aber diesmal sollten sie ja was her machen. Die Zutaten, der Teig, alles war perfekt – doch trotzdem kamen sie aus dem Ofen eingefallen und matschig im Inneren. Wiederwillig habe ich sie herausgegeben, aber auch nur weil meine Familie darauf bestanden hat und sie immer wieder betonten, dass es doch nicht so schlimm sei und sie sie trotzdem essen würden – die Muffins wären doch bestimmt lecker, auch wenn sie nicht so aussehen. Also kamen 12 Matsch-Muffins auf den Tisch. Nachdem der erste aufgeschnitten wurde und von allen streng begutachtet, blieben letztendlich 11 Muffins übrig, die ihren letzten Weg in den Biomüll gehen mussten.

Misslungener KuchenFreunde hatten sich angemeldet zum ersten Weihnachtstag zu Kaffee & Kuchen. Prima, dachte ich, da kann ich mit meinem Red Velvet Cake trumpfen. Alle Zutaten waren vorhanden, sogar Rote-Bete-Saft anstatt Lebensmittelfarbe und gute Butter aus dem Ammerland. Das wird einfach genial lecker, freute ich mich. Es konnte nichts schief gehen, da ich die Torte schon mehrmals gemacht habe. Doch zu früh gefreut, denn die Schokoladenkuchenböden gingen nicht auf, wurden trocken und hart. Die Buttercreme flockte und wurde nicht cremig, egal was ich tat. Vermutlich habe ich sie nicht lange genug geschlagen oder sie war zu warm. So entstand eine Torte mit zu dünner und bröckeliger Creme und zähen samtroten Böden. Mit dem üblichen Entschuldigungsritual wurde jedem ein kleines Stück Torte serviert. Sei doch lecker, sagte fast jeder aus Höflichkeit. Ein zweites Stück wollte keiner mehr, obwohl bei einer gelungenen Torte kein Krümel übrig bleiben würde.

Ratlosigkeit, grübeln – über das was man falsch gemacht hätte – Wut und Enttäuschung sind das Ergebnis misslungener Kochkunst.

Geht es Euch auch manchmal so?

Solche Erfahrungen will ich dem alten Jahr hinterlassen – na ja, mitnehmen werde ich das Erlernte aus meinen Fehlern, welche aber nicht immer eindeutig sind – und freue mich jetzt schon auf gelungene vertraute und neue Rezepte im neuen Jahr. Vergessen wir doch einfach den Matschkuchen, die zerbrochenen Plätzchen und angebranntes. Dieser Beitrag ist für all meine und Eure misslungenen Herd- und Ofenkreaturenionen – mögen sie ihren Frieden finden.

Tief im inneren ist mir klar – irgendwann wird es wieder passieren. Dessen ungeachtet, morgen machen wir’s nochmal – dann wird’s schon klappen.

Viel Glück! ;-)


Nachtrag – April 2010

So ist es mir kürzlich mit meinem Mohnkuchen ergangen. Vermutlich habe ich zu wenig Teig unter die Mohnmasse gerührt, so dass diese nicht fest genug wurde. Ja ja, die Form war gut gefettet…

Letztes habe ich mal wieder Sauerbraten gekocht. Gelingt immer, dachte ich. Der war zäh wie Leder, auch nach 4 Stunden kochen. Keine Ahnung was nicht OK war – wahrscheinlich die Kuh :)

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